Fotografische Zeitreise auf Kokerei Hansa

Details

  zeitreise 

Ein Bericht aus dem laufen Projekt (Stand: Juli 2016).
 
Das Projekt setzt sich künstlerisch und fotografisch mit den Zukunftsvisionen der Teilnehmer auseinander. Visualisiert wurden diese auf dem Gelände der Kokerei Hansa, einem Ort, der für das Industriezeitalter steht, um die Zukunft der Jugendlichen in Kontext zu dem historischen Erbe des Ruhrgebiets zu setzen.
Seit April 2016 leiten die Fotografin und Filmemacherin Ulrike Korbach und die Designerin Annette Naudiet das Fotoprojekt auf der Kokerei.
Die Gruppe setzt sich aus 15 jugendlichen TeilnehmerInnen im Alter von 15 bis 18 Jahren zusammen, 5 Mädchen und 10 Jungen, davon 7 in Deutschland aufgewachsene und 8 aus verschiedenen Staaten geflüchtete Jugendliche.
Mit z.T. eigenen und von den Projektleiterinnen gestellten digitalen Spiegelreflex-Kameras wurden mehrere Geländebegehungen vorgenommen, um den Blick für fotografisch interessante Standorte zu schärfen. Zusätzlich ermöglichte eine Führung von Seiten der Kokerei Einblicke in nicht öffentliche Gebäude, die besondere Settings ermöglichten.  

 

Perspektivenwechsel, treppabwärts. (Foto: A. Naudiet)

 

Die TeilnehmerInnen setzten sich dabei mit unterschiedlichen, teilweise schwierigen Lichtsituationen auseinander und lernten die Kameratechnik sowie den Gebrauch von Reflektoren kennen.
Die Begehungen ermöglichten zusätzlich Erklärungen zu den Arbeitsprozessen auf der seit 1992 geschlossenen Kokerei und vermittelten einen Eindruck in ein Arbeitsumfeld, das heutigen Jugendlichen fremd ist.

Nachfolgend wurden erste Kriterien und Methoden der Porträtfotografie vermittelt, auch hier gestützt durch Anwendung von Blende/Belichtungszeit/Brennweitenverhältnis, Goldener Schnitt-Regel und Brüchen derselben.Die TeilnehmerInnen entwickelten bereits erste Ideen zu Porträtserien und nahmen Aspekte wie Emotionen, Posing, Requisiten mit in die Bildideen auf.

Ansprechende Kulissen bietet dir die Kokerei Hanna als Portraithintergründe. (Foto: A. Naudiet)

Das gemeinsame Sichten der entstandenen Fotos ermöglicht Hinweise auf interessante Kompositionen, gibt zudem Raum für technische Fragen und Erklärungen.

Verständigungsprobleme von Seiten der geflüchteten TeilnehmerInnen lassen sich durch das Betrachten der Ergebnisse in Bezug auf die Metadaten der Fotos leichter ausräumen.

Zunehmend werden persönliche Zukunftsvisionen der Jugendlichen in die Bildideen mit aufgenommen. An geeigneten Standorten im historischen Umfeld werden diese, mit Hilfe von Requisiten, inszeniert. Dabei wird jeweils ein Jugendlicher zum Modell, alle anderen fotografieren. Aus den Ergebnissen wird ein favorisiertes Foto extrahiert.

In der bisherigen Phase wurde digital gearbeitet, zunächst in Farbe und in Vorbereitung der Analogtechnik auch in sw.

In den Workshopeinheiten nach den Sommerferien folgt eine Einführung in die Analogtechnik, das dabei entstehende Material wird mit den Jugendlichen im Labor entwickelt, eigene Abzüge werden hergestellt. Der handwerkliche Aspekt bietet den TeilnehmerInnen Raum zusätzliche Fähigkeiten zu entwickeln. DieWertigkeit der Gesamtarbeit wird deutlich.

In einer gemeinsamen Auswahl werden die Bilder für die Abschlusspräsentation auf der Kokerei ausgewählt und das Ausstellungskonzept entwickelt. Ein Teil der Bilder wird auf LKW-Planen in Überformat im Außenbereich der Kokerei präsentiert.

Durch die Arbeit in Teams lernten die in Deutschland aufgewachsenen sowie die geflüchteten Jugendlichen einander kennen und setzten sich mit der Lebensrealität der anderen TeilnehmerInnen auseinander. Es sind zwischen einzelnen Jugendlichen bereits eigene Fotoexkursionen geplant.

Die TeilnehmerInnen arbeiten mit großem Engagement, Kreativität, Ausdauer und sehen mit Freude den noch anstehenden Terminen entgegen. Sie entdecken ein Feld neuer Fähigkeiten im Rahmen des Projektes.

 

Zitat: “Ich persönlich würde mich sehr freuen, weiterzumachen. Ich habe hier schon viel gelernt und sehe, dass ich das mit dem Fotografieren gut kann.”

 

 PS: Der Bericht zum Teilprojekt "Sound" folgt in Kürze.

Ein Projekt der Stiftung Kokerei Hansa in Kooperation mit Kunstreich im Pott e.V. im Rahmen des Programms "Jugend ins Zentrum":

    Kunstreich im Pott e.V.  ins web   BfB Logo web

 

logo BMBF sm   Logo JiZ 150