Bau einer japanischen Schreinerkiste

Details

Cajonito 

Kunstreich und der Kulturrucksack boten euch im April eine schreinertechnische Herausforderung an – den Bau einer japanischen Schreinerkiste.

 

Im April haben euch Kunstreich im Pott e.V. und der  Kulturrucksack eine schreinertechnische Herausforderung an – den Bau einer japanischen Schreinerkiste. Schreiner in Japan sind für ihre Kunstfertigkeit bekannt. Die Japankiste hat einen „Zauberdeckel“, der einfach, aber genial ist. Jeder Schreiner baut sich diese Kisten selbst, für Hobel, Stecheisen und vieles mehr. Die Behältnisse sehen schlicht aus, sind aber gar nicht so einfach zu fertigen. An diesem Wochenende konnten die Jugendlichen nach Herzenslust mit Japansäge, Gehrungssäge, Stecheisen, Hammer und Versenker arbeiten, um die eigene Kiste herzustellen.

 

  • Klassische Holzverbindung: Vorsichtiges Einnuten für die spätere Seitenwand.
  • Die Nut soll genau 10mm breit werden.
  • Immer zwei Hände am sehr scharfen Stechbeitel.
  • Mit der Schieblehre wird die Nuttiefe überprüft.

 

Auf den Seitenteilen wird innen zuerst mit einem scharfen Cutter die spätere Nut angerissen. Diese räumen wir vorsichtig mit einem wirklich sauber geschärften Stecheisen in einer Tiefe von genau 3mm aus. Hört sich einfach an - ist es aber nicht! Mädchen wie JUngen lernten dabei die Schieblehre als Werkzeug kennen. Sie ermöglicht es, z.B. den Durchmesser eines Gegenstands zehntelmillimetergenau oder eben auch die Tiefe einer Nut zu erkennen. Die Seitenwände werden dann mit ein wenig Leim und simplen Drahtstiften mit den Seitenteilen verbunden. Du solltest unbedingt mit einem Winkel prüfen, ob deine Kiste rechtwinklig ist oder eher ein Parallelogramm . . .  

 

Die im vorigen Jahr gebaute Cajonito passt haargenau in die japanische Schreinerkiste. (Foto: I. Stanelle)

 

Der aus 6mm starkem Gabunsperrholz hergestellte Boden wird nun verleimt und genagelt. Danach sägen wir passgenau die Griff- und Abschlußleisten zu. Sollten hier kleine Ungenauigkeiten auftauchen, kann man diese mit der Hand oder dem Tellerschleifer beseitigen. Die vier Leisten werden ebenfalls verleimt und genagelt. Nun geht es an die Herstellung des "Zauberdeckels", den ich so nenne, weil er wegen einer durchdachten Konstruktion perfekt gleitet und schließt. Hier ist Fingerspitzengefühl angesagt, denn wenn man zuviel Holz wegnimmt, passt hier gar nichts mehr. Auch der Deckel wird angepasst, mit zwei weiteren Leisten verleimt und eingeschoben. Messen, Rechnen und rechter Winkel haben oberste Priorität!

Aus Zeitgründen liessen wir die japanische Schreinerkiste ohne letze Ölung oder Lackierung.

 

  • Griffleisten werden auf der Gehrungssäge zugeschnitten.
  • Einizige Maschine am Wochenende: der Tellerschleifer.
  • Griff- und Abschlußleisten werden eingeleimt.
  • Letzte Striche mit dem Putzhobel
 

 

Bau einer japanischen Schreinerkiste ist ein Projekt des Kulturrucksacks NRW. Bau einer japanischen Schreinerkiste findet in enger Kooperation mit dem ruhrgebietsweit tätigen Künstlerverein Kunstreich im Pott e.V. statt.

Unser Dank gilt der Stadt Gladbeck und insbesondere dem KARO sowie Annette Rauher! 

 

                  Kunstreich im Pott e.V.           krs